Tee.Handels.Kontor.


Letztes Jahr in Bremen. Abends ist dort nicht viel los. Die Stadt wird beschaulich. Ohne Hektik. Wartet darauf, entdeckt zu werden. Während die meisten Menschen in den Kneipen sitzen, baue ich mein Stativ auf und halte den stillen Laden fest.


© 2019 by Jens G.R. Benthien

Foto © 2014 by jens g.r. benthien


2015-02-17


Solitär.


Hinter den Gipfeln der Axarquía liegt schon Afrika.

Die schneebedeckte Axarquía im Januar in Südspanien von Salar aus nach Süden. Ein Ort zum Träumen, wenn man im Sommer dort ist. Oder dick eingepackt im Winter.

Wie zum Trotz steht der Baum dort. Niemand hat ihn abrasiert, um nicht immer drum herum fahren zu müssen, obwohl der Boden mit den vielen Steinen eh schon schwer zu bearbeiten ist. Was nicht fest im lehmigen Boden verankert ist, wird vom eiskalten Winterwind weggefegt.


© 2019 by Jens G.R. Benthien

Foto © 2009 by jens g.r. benthien


2015-02-17


Kloster.Pumpe.Wasser.


Irgendwo in einer Sierra Spaniens.

Nach einer langen, steilen Wanderung bergauf kommt man an ein altes Kloster. Vor der Mauer steht eine sehr alte, aber funktionierende Pumpe. Wer kein Gefäss dabei hat, nimmt den Löffel an der Kette.


© 2019 by Jens G.R. Benthien

Foto © 2008 by jens g.r. benthien


Eins der wenigen s/w-Fotos der letzten Jahre von mir.

2015-02-17


Perspektiven.


Im Doppelpack. Mit einem extremen Weitwinkelobjektiv geht das.

Es sieht so normal aus, man möchte dort durch die Wiese gehen und die Zeit um sich herum vergessen. Obwohl die Zeit bereits vergessen ist, wenn man dort ist – nur ein paar Minuten von der »Zivilisation« (was ist das?) entfernt.


© 2019 by Jens G.R. Benthien

Foto © 2015 by jens g.r. benthien


2015-02-17


Im Wasser.


Es sieht aus, als stünde die Kamera über dem Wasser. Stimmt aber nicht, sie steht ca. 8 Meter über der Wasseroberfläche und 10 Meter vom Ufer entfernt auf einem Erdwall. Mit einer Grossformatkamera ist das kein Problem: statt die Kamera zu neigen und somit ein »keystoning«, d.h. eine perspektivische Verzeichnung zu erhalten, zieht man einfach die hintere Standarte (oder bei anderen Szenen die Frontstandarte) hoch. Damit kann man den Horizont an jede beliebige Position bringen – nicht nur mit ein paar ausgewählten Brennweiten, sondern mit allen Objektiven, die man im Koffer hat. Ein kleiner, aber sehr bedeutender Unterschied zu normalen, starren Kamerasystemen.


© 2019 by Jens G.R. Benthien

Foto © 2015 by jens g.r. benthien


Damit spart man sich nicht nur die spätere Korrektur, sondern man kann auch direkt auf der Mattscheibe das Foto gestalten. Welchen Nachteil eine Perspektivkorrektur mittels Software hat, wird in diesem Artikel von Rodenstock/Linos sehr schön dargestellt.

2015-02-17


Die Kirche im Dorf.


Wenn man sich Zeit lässt, sieht man mehr. Da taucht dann eine Kirche hinter Häusern versteckt im Abendlicht auf, wie man sie vorher nie so gesehen hat. Der Rahmen durch die Elemente ist so perfekt wie das Licht. Unpassend ist lediglich der rot gestrichene Backsteingiebel – eine häufig anzutreffende Sünde im Norden.


© 2019 by Jens G.R. Benthien

Foto © 2013 by jens g.r. benthien


Auf der anderen Seite kontrastiert die Farbe schön mit dem grün verwitterten Zaun. Es wird mir ein ewiges Rätsel bleiben, weshalb die Bauhöfe der kleinen Dörfer und Gemeinden – hier Fischerhude im Kreis Ottersberg – nicht in der Lage oder Willens sind, schiefe Metallgitter (wofür auch immer das Teil sein soll) vernünftig auszurichten oder gleich so zu bauen, dass sie nicht innerhalb kurzer Zeit eine windschiefe Haltung annehmen.

2015-02-17


Drei Mal Hafen.


Oder zumindest im Umkreis des Bremer Hafenareals auf der Altstadtseite. Mit Wasser, ohne Wasser, mit Wasser.

Der vordere Teil der Überseestadt ist sehr spannend geworden. Abgesehen davon, dass immer noch die Lego-Baustein Mentalität in den Köpfen vieler Architekten geistert, fehlt zumindest die Eintönigkeit, mit der man in anderen Vierteln konfrontiert wird.


© 2019 by Jens G.R. Benthien

Foto © 2014 by jens g.r. benthien


Etwas weiter flussabwärts steht der grösste Getreidespeicher Europas. Ein riesiger Klotz aus Backsteinen und einem abgehobenen Dach – so sieht es zumindest aus. Die Stützen sind keine Stützen, sondern die Rohrleitungen, die das Getreide in die Silos lenken. Es ist 40 Meter hoch und 200 Meter lang, mit 75.000 Tonnen Lagerkapazität. Die Fertigstellung erfolgte 1919.


© 2019 by Jens G.R. Benthien

Foto © 2014 by jens g.r. benthien


Der Druck auf ein Endformat von 3,28 Meter x 2,20 Meter ist kein Problem. Bei einer Grösse von 164 x 110 cm im Druck sehen die Details aus einer Distanz von 50 cm dann so aus:


© 2019 by Jens G.R. Benthien

Foto © 2015 by jens g.r. benthien


Der normale Betrachtungsabstand eines mit einer ‘Vollformat’-Kleinbildkamera aufgenommenen Fotos beträgt 1,95 Meter! Also fast die 4-fache Distanz, damit die Unschärfe der Details vom Auge des Betrachters nicht wahrgenommen wird.

Das ist das Schöne an Grossformat und Film: Es gibt kaum Grenzen.

Noch weiter Richtung Nordsee steht das swb Kraftwerk Hafen. Distanz zum Aufnahmeort 2,59 Kilometer, die Höhe des Schornsteins beträgt 250 Meter, die Leistung 300 MW.

Jedes Foto jeweils nur eine Aufnahme mit einer Grossformatkamera. Kein Dauerfeuer. Entwickeln, scannen, fertig. So einfach geht Fotografie.


© 2019 by Jens G.R. Benthien

Foto © 2015 by jens g.r. benthien


2015-02-17


One single shot.


Ich mag banale Dinge. Nachts auf Tour sehe ich viele davon, an denen tausende Menschen einfach so vorbeigehen. Sie sehen nicht. Vielleicht weil sie es nie gelernt haben, oder weil sie mit anderen Dingen beschäftigt sind. Jüngere Generationen sehen lieber auf ihr Smart Phone, statt das Umfeld wahrzunehmen. Dabei ist die Welt reicher an Eindrücken als eine schnöde Smart Phone Oberfläche.


© 2019 by Jens G.R. Benthien

Foto © 2014 by jens g.r. benthien


Ein einziges Foto. Nicht 3, 5 oder 10, von denen später das Beste ausgesucht und aufwendig in Photoshop hingebogen wird. Oder mit HDR verunstaltet. Ein guter Negativfilm, ein simpler Belichtungsmesser, ein solides Stativ, eine sehr simple Kamera (die ganz unten gezeigte). Das ist alles, was ich brauche.

2015-02-17


Die Sonne.


Ohne sie wären wir nicht hier.

Wäre die Erde näher dran, gäbe es uns nicht. Wäre sie weiter weg, auch nicht.

Ohne sie gäbe es keine Fotografie.

Bisher war sie für die meisten Menschen nur eine Scheibe am Himmel. Kaum jemand hat sich Gedanken über die Sonne gemacht – ausser dass sie gutes Urlaubswetter garantieren möge.

Jetzt hat die NASA einen Film veröffentlicht, der Nahaufnahmen von der Sonne zeigt, wie sie niemand bisher gesehen hat.

Atemberaubend schön.

Und hier auf der Erde gibt es Kriege, Willkür, Ausbeutung der Natur.

Haben wir wirklich nichts Anderes zu tun?

Der Satellit...

Das Original hier im Grossformat. Unten die kleine Version:


 

Die Sonne


2015-02-14


Primär Analog.


Ein paar Pixel natürlich auch.

Der Anfang ist gemacht, es wird mehr kommen, wenn ich ZEIT habe.


© 2019 by Jens G.R. Benthien

Fuji GW 690 III mit Sekonic Belichtungsmesser L-608


Hinweis: Wer hier Fotos klaut, bekommt Post von meinem Anwalt.

Ich lasse regelmässig images.google.com nach meinen Fotos durchsuchen. Bei ebay habe ich Suchaufträge für meine Kameramodelle eingerichtet und bekomme somit die Fotos per e-mail direkt auf den Rechner.

Tip: Finger weg, es wird wirklich teuer.

2015-02-03 (Ältester/Erster Beitrag in diesem Blog)


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