Gib mir Deine Hand.


Sagrado corazón de jesús el pueblo de Esporles confía en Vos.

Altes Spanish, wie es heute noch in Latino-Amerika gesprochen wird:

Heiliges Herz Jesu – das Dorf Esporles vertraut Dir.

Ganz ehrlich: Auf dem Weg nach oben muss man bedingungsloses Gottvertrauen haben und einen eisernen Willen. Ohne Training und mit einer gut sortierten Kameraausrüstung ist der erste Teil des Trails die Hölle, aber es lohnt sich. Wenn man sich die Gelenke auf dem Weg nach oben nicht zu sehr malträtiert hat, schafft man es sogar ohne Schmerzen wieder runter.


© 2019 by Jens G.R. Benthien

Christus Statue Esporles • Fuji GSW 690 III • 2007


2015-02-24


Es Passeig.


Es war spät nach der langen Wanderung. Nur noch die Bar »Es Passeig« in Esporles hatte geöffnet, und in der 6×9 lag immer noch ein Rest T-Max 400. Ich werde es nie vergessen, weil ich mein Stativ im Auto gelassen hatte: ⅛, f=5.6 aus der Hand. Der »jefe« macht uns noch einen Café, denn die Fahrt nach Haus wird noch lang. Die riesige Auswahl an Alkoholika in den Bars fasziniert mich immer wieder, obwohl ich nichts trinke. Das Rauchen in Restaurants ist inzwischen verboten, wenn jetzt noch der Alkohol verboten wird, dann wird es diese Szenen nicht mehr geben.


© 2019 by Jens G.R. Benthien

Esporles 2007


2015-02-24


Der Zug.


El Tren. Fahrkarten gibt es nicht für ihn. Er fährt auch nirgendwo hin, die Gäste müssen zu ihm respektive laufen an ihm vorbei. »Batidos y Zumos Naturales« – natürliche Smoothies und Säfte gibt es dort, und natürlich einen Café con leche. Oder eine der vielen anderen Kaffeearten in Spanien.

Es wird mir ein ewiges Rätsel bleiben, warum es in Shopping Centern derartige Läden gibt. Offenbar verdursten und verhungern die Menschen, sobald sie die Konsumtempel betreten, ausgelöst durch die seelische Kälte, die dort herrscht.


© 2019 by Jens G.R. Benthien

Centro Comercial • Arca Swiss mit 6x8 Rückteil • 2009


Das Format fällt etwas aus der Reihe: 8×6 cm, was durch das exotische Filmrückteil bedingt ist: Ein Mamiya 6×8 Filmrückteil, adaptiert auf eine Arca Swiss mit Graflok-Rahmen.

2015-03-06


Oliven.Land.


Hier wachsen die schönsten spanischen Oliven. Von den ganz kleinen, bitteren, verschrumpelten bis zu den grossen, saftigen, aus denen natives Öl gepresst wird. Rund um das Embalse de Colomera, nordwestlich der Sierra Nevada.

So sonnig es aussieht — es war mitten im Winter und eiskalt dort oben. Olivenbäume werfen ihre Blätter nicht ab…


© 2019 by Jens G.R. Benthien

Arca Swiss 2010


2015-03-05


Vogel.


So nennen die Bürger diese Skulptur des uruguayischen Künstlers Enrique Broglia. Das Kunstwerk hat allerdings einen ganz einfachen Namen: Hacia el Sur. Übersetzt: In den Süden.

Ich sehe das sehr volksnah – für mich ist das ein Vogel, ein Papagei, der seine Kopffedern sträubt. Aber wie war das gleich noch:

Über Kunst lässt sich vortrefflich streiten. Sie lässt sich interpretieren, ohne sich jemals wehren zu müssen.


© 2019 by Jens G.R. Benthien

Parc de la Mar • Palma • 2006


Ich lese immer wieder irgendwelchen Schwachsinn zu dem Thema »bokeh«. Die meisten »Oberlehrer« wissen nicht einmal, dass dieser Begriff aus Japan kommt und den butterweichen Übergang von Scharf zu Unscharf sowie die Abbildung unscharfer Objekte beschreibt. Diese Kamera — die Fuji GW 690 III mit dem EBC Fujinon 3.5/90mm — ist für mich das einzige Werkzeug, das wirklich »bokeh« liefert, weil die hohe Anfangsöffnung (übrigens komplett verzeichnungsfrei) Objekte wunderschön freistellt. Umgerechnet auf ein Normalobjektiv für ein 35mm-System hat es eine Anfangsöffnung von 0,9.

2015-03-05


Königin.


Besser gesagt der Platz der Königin: Plaza de la Reina. Ohne die Monarchen Spaniens hätten viele Plätze und Brunnen keine Namen mehr. Jedes Dorf hat einen Platz, den es dem Monarchen oder der Monarchin widmet. Eine Tradition, die seit vielen hundert Jahren besteht und sich wohl nie ändern wird.

Fast alle sind wundervoll gestaltet oder haben etwas Besonderes. Dieser hier hat den wunderschönen Brunnen direkt links und eine sehr grosse gotische Kathedrale rechts neben sich liegen.

Nachts sind doch nicht alle Katzen grau.


© 2019 by Jens G.R. Benthien

Plaza de la Reina • Fuji GW 690 III • 2006


2015-03-05


Netz.Werk.


Neben dem Yacht-, Handels- und Fischereihafen werden jeden Nachmittag die Netze ausgelegt, um Defekte auszubessern. Auf dem Bürgersteig zur viel befahrenen Hauptstrasse, weil sonst kein Platz ist. 20, 40 oder 80 Meter lang – da wundert man sich, wie viel Netz auf ein kleines Fischerboot passt. Aber besser eine Reparatur als das Kappen der defekten Netze auf See, wodurch viele Tiere, die sich in den Resten verfangen, elendig sterben müssen. Von dem Plastikmüll ganz zu schweigen.


© 2019 by Jens G.R. Benthien

Plaubel 69W ProShift • 2006


Das Foto stammt aus einer Test-Charge für den berühmten Fuji Velvia 50 (alt). Ein paar Filme davon habe ich noch, aber sie gehen zur Neige. Für besondere Aufgaben ist das ein spannender Film, den man beherrscht oder nicht. Richtig belichtet hat er eine wunderbare, weiche Tiefe mit feinsten Abstufungen und vielen Details in den Schatten.

2015-03-04


Blatt.Gold.


Fast. Eher Blattgelb: Der Herbst in der Sierra Nevada. Man muss nur hoch genug gehen oder fahren, um in die ausgedehnten Wälder der Sierra zu gelangen. So kahl wie in den Klischees der Touristen ist Südspanien nicht. Nur: woher sollen sie das wissen, wenn sie die Strände nie verlassen? Womit bewiesen ist, dass mangelnde Mobilität Klischees zementiert.


© 2019 by Jens G.R. Benthien

In den Wäldern von Dilar, Granada • 2009


© 2019 by Jens G.R. Benthien

Starke Farben im Herbstwald


2015-03-04


Weitsicht.


Östlich des Cortijo de Maceirena hat jemand in fast 1.200 Meter Höhe ein Steintor gebaut. Mitten im Nichts, ohne Funktion. Es sei denn, er wollte damit den Ausblick einrahmen. Von dort aus hat man einen grossartigen Blick über Granada bis zu den Sierras westlich von Loja am Rio Frio (übrigens ein ganz tolles Lachsforellen-Gebiet!), die bis zu 1.700 Meter hoch sind. Luftlinie 62 Kilometer.


© 2019 by Jens G.R. Benthien

Fuji GSW 690 III • 2009


2015-03-04


Im Fluss.


Im wahrsten Sinne des Wortes mitten drin. Hier im Rio Cuevas (Höhlenfluss) in der Axarquía im Süden von Andalucía auf ca. 1.300 Meter Höhe mitten im Nirgendwo. An dieser Stelle ist er nicht sonderlich tief – es ist die Furt, die den Weg aus den Bergen mit dem nächsten Ort verbindet. Im Frühjahr während der Schneeschmelze auch mit einem Offroader fast unpassierbar, im Sommer eine erfrischende Abwechslung.


© 2019 by Jens G.R. Benthien

Plaubel 69W ProShift • 2009


2015-03-04


< Ältere Artikel — | — Neuere Artikel >